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Links: Vorlage
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Rechts: Kopie der Vorlage + Freiraum für eigene Gestaltung
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Oben: Entweder-oder-Frage

Die Malseiten sind so gestaltet, dass Menschen mit Demenz möglichst selbstständig arbeiten können. Sie begleiten nur. Ein paar kleine Hinweise helfen dabei, die Malzeit angenehm, sicher und erfolgreich zu gestalten. Dazu folgt eine kleine Anleitung.
Stellen Sie sich vor, Sie laden einen oder mehrere Gäste zum Essen ein...
1. Den Tisch vorbereiten
Die Malvorlage ist das servierte Essen, die Farben sind die Getränke, und Pinsel sowie Wasserbecher entsprechen dem Besteck. Sie haben bereits „gekocht“ und entschieden, welche Malzeit serviert wird. Auch die Getränkeauswahl steht fest. Nachbestellungen oder andere Wünsche sind aber willkommen.
Ziel: Die Gäste müssen im Grunde keine Entscheidungen treffen. Sie können einfach die ,,Malzeit“ genießen.
Weil: Übersichtlich und selbsterklärend! Alles was nicht benötigt wird, sollte weggeräumt werden. (Zeitungen, Trinkbecher...)

Tipps:
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Stellen Sie nur wenige Farben bereit, oder sogar nur eine. Zu viele Farben können überfordern. Lieber nacheinander Farben anbieten. Man trinkt Kaffee und Wein auch nicht gleichzeitig.
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Fixieren Sie die Malvorlage mit Klebestreifen an der Tischplatte. So wie Suppe in einer Schüssel serviert wird, damit sie nicht davonrinnt.
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Feine Pinsel helfen bei Details, dickere Pinsel erleichtern das Malen. Je größer der Löffel, umso schneller gibt´s Nachschlag.
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Niedrige Wasserschalen eignen sich besser als hohe Becher.
Achtung:
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Manche Gäste können die Malvorlage besser sehen, wenn sie direkt vor ihnen steht. Dann können Sie die Malvorlage aufstellen. Fixieren Sie die Malvorlage zB. auf der Rückseite eines Malblocks.
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Herausgenommene Farbschälchen können verschluckt werden. Nur unter Aufsicht verwenden. Oder große Farbtegel anbieten.


2. Die Gäste begrüßen und ankommen lassen
Geben Sie Zeit, die Malzeit in Ruhe anzusehen. Warten Sie etwa 10 Minuten. Beobachten Sie ohne zu erklären oder vorzumachen.
Der Gast entscheidet selbst, wann und ob er mit der Malzeit beginnt.
Manche Gäste haben mehr, andere weniger „Hunger“. Einige möchten vielleicht zuerst einen Blick auf den „Teller“ werfen, bevor sie beginnen, wieder andere legen sofort mit der Malzeit los.
3. Kleine Hilfen anbieten
Wenn ein Gast sehr lange ratlos wirkt, unterstützen Sie ihn.
Aber nur, wenn es nötig ist:
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Pinsel ins Wasser tauchen
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Farbe anbieten
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Pinsel in die Farbe tunken
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Auf die Vorlage zeigen
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Die Hand sanft führen
Dann wieder zurücklehnen. Die Person bestimmt das Tempo.
Tipp: Gemeinsam schmeckt´s besser! Wenn Sie nur zweit sind, könnten auch Sie eine Vorlage ausmalen. So lassen sich Ideen und Farben ganz einfach beim Gegenüber ,,abgucken“.
Tipp: Bei Gruppen macht es Sinn, allen die gleichen Vorlagen zu geben. Dann können die Gäste sich voneinander inspirieren lassen und es gelingt noch besser.


4. Alles ist erlaubt
Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Jede Farbe und jede Linie ist willkommen.
Ihre Rolle ist es, die Malzeit zu ermöglichen, nicht zu bewerten.
Wenn Sie Gäste bekochen, mischen Sie sich ja auch nicht ein, wie sie ihr Essen auf dem Teller verteilen. Selbst wenn es nur aus Höflichkeit ist.
5. Plaudern, wenn es passt
In Gruppen kann ein kurzes Gespräch über die Malzeit wertvoll sein. Dabei wird die Vorlage gemeinsam betrachtet, und Erinnerungen fließen spielerisch in die Gestaltung ein. Besonders die „Entweder-oder“-Fragen von Malzeit zeigen sofort, welche Vorlieben geteilt werden und wo Unterschiede liegen. Ein schöner Einstieg für Austausch und gemeinsames Lachen.
Bei Einzelpersonen entscheiden Sie nach Stimmung:
Manchmal vorher, manchmal nach dem Malen.
Tipp: Malende Gäste nicht direkt ansprechen. Das kann überfordern und den Malprozess stören. Sie erwarten ja auch keine Antwort von einem Gast, der gerade den Mund voll hat. Lieber in die Runde fragen und falls jemand plaudern will das Gespräch eröffnen.
Auch hier gilt das Motto: Wenn es still ist, schmeckts.
6. Dabeisein zählt
Nicht jeder möchte malen.
Zuschauen, zuhören oder erzählen ist genauso wertvoll.
Wie ein Gast, der einfach am Tisch sitzt und Teil des Moments ist.
7. Flexible Dauer
Eine Malzeit dauert meist 20–60 Minuten.
Wenn jemand müde ist oder aufhören möchte, ist das völlig in Ordnung.





